Die Geschichte der Talsperre Vranov

  • Der Fluss Dyje bewirkte in der Vergangenheit oft Überschwemmungen und zerstörte alles, was ihm im Wege stand. Die einzige Lösung war in dieser Situation der Bau der Talsperre Vranov, deren Betonmauern Hunderte Millionen Kubikmetern Wasser standhalten und zur Ausnutzung der Wassergewalt in Form von Herstellung elektrischer Energie in der Staudammkraftwerk dienen würden.

  • Der erste Gedanke vom Bau der Talsperre Vranov war schon vor dem Ersten Weltkrieg geboren. Der Sohn des Baumeisters Schmidt aus Vranov, ein Architekturstudent einer Technischen Hochschule in der Schweiz, reichte in den Ferien 1903 mit einer Gruppe Kommilitonen den Vorschlag zum Bau einer Talsperre bei Vranov nad Dyjí ein.

  • Im März 1930 begann der Bau der Talsperre (am Fluss Dyje) bei Vranov nad Dyjí (der größte Wasserbau in der damaligen Tschechoslowakischen Republik) zusammen mit dem neuen Bítov, durch zwei Brücken und Ingenieursgebäuden im neuen Bítov unter Leitung des Oberlandesbaurats Ing. Karel Navrátil. Das Werk, an dem während der Bauphase 2 500 Menschen arbeiteten, wurde nach dreieinhalb Jahren beendet und im Herbst 1933 wurde begonnen, Wasser in das Staubecken einzulassen. In Betrieb genommen wurde sie 1934. Der Wasserumfang in der Talsperre Vranov beträgt ca. 150 Millionen Kubikmeter. Die Talsperre Vranov nimmt auch das Wasser der Želetavka auf, die bei der Burg Bítov in die Dyje mündet. Das Staubecken reicht bis 1,5 km unter Podhradí nad Dyjí. Die Gesamtlänge der Talsperre Vranov beträgt 30km, die größte Tiefe (46m) befindet sich direkt an der Mauer und unter der ersten Brücke bei Bítov erreicht sie etwa 30 Meter. Der Wasserspiegel der Talsperre Vranov hat eine Fläche von 763 ha und befindet sich in 351 m Höhe über dem Meeresspiegel. Das brillante Bauwerk – die Staumauer der Talsperre Vranov wurde als Gravitationsmauer aus Gussbeton gebaut. Sie ist 55 Meter hoch und 285 Meter lang.

  • Heute bildet die Talsperre Vranov vor allem ein renommiertes Erholungsgebiet (Zentren: Vranov nad Dyjí – der Strand von Vranov, die Bucht von Lančov, Chvalatice, Bítov - Kopaninky, Bítov - Horka, Chmelnice, Farářka und Podhradí nad Dyjí).

  • Die Talsperre Vranov dient heute nicht nur als bedeutender Trinkwasserspeicher, sondern wird als Erholungs- und Tourismuszentrum genutzt. Die Talsperre Vranov ist umgeben von Wäldern, Stränden und Bungalows. Sie strotzt vor Naturszenarien, vor allem den tiefgeschnittenen Mäandern, Felswänden und bizarren Felsformationen. Das Relief ist bedeckt von ursprünglichem Laubwuchs, vor allem Eichen, Eichen-Buchenwäldern und Buchenwäldern und Nadelbäumen: Kiefern, Fichten und Lärchen. Für dieses Gebiet ist eine Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten charakteristisch.

  • Die Klimatischen Bedingungen sind in der Sommerzeit sehr günstig, wenn die Lufttemperatur 30°C übersteigt und sich die Wassertemperatur zwischen 20 bis 25°C bewegt. Das Wasser ist in der Talsperre Vranov die ganze Saison über sauber und ohne Blaualgen. Sie gehört zu den wärmsten Talsperren der Republik. Eine malerische Ecke der Talsperre Vranov ist die Mährische Adria (wie dieses Gebiet genannt wird). Es lockt Tausende von Besuchern aus dem In- und Ausland zur Erholung.

  • Ein dominantes Objekt an der Talsperre Vranov /Strand von Vranov/ ist auch der Steg für Fußgänger, (eine Brücke über die Schweizer Bucht), gebaut in den Jahren 1992-1993, die den Strand mit dem Deich verbindet.

  • Die Talsperre Vranov - Schifffahrtsgeschichte

  • Bereits 1931 fanden in Znojmo Beratungen statt, ob der Nationalverband nicht die Schifffahrt in der Talsperre einrichten soll. Ursprünglich wurde daran gedacht, die Schifffahrt zusammen mit dem Tschechischen Touristenverband zu betreiben, doch wegen Verzögerungen beantragte der Nationalverband eine eigenständige Konzession. Über den Antrag wurde vom Tschechoslowakischen Schifffahrtsamt am 28. Juni 1933 positiv entschieden. Da erst im Herbst 1933 mit dem Einleiten des Wassers in den Staudamm begonnen wurde, rechnete man mit einem Beginn der Schifffahrt im Frühling 1934.

  • 1934 wurde der Bau der Talsperre Vranov beendet. Die Unternehmer bekamen grünes Licht. Es wurden Unterbringungskapazitäten und Boote für den Personenverkehr sichergestellt. In den Jahren 1934 –1992 prunkte die Talsperre Vranov mit einer Weißen Flotte von insgesamt 20 Wasserfahrzeugen. Der älteste Schiffverkehrsbetreiber war der Schifffahrtsklub. Ladislav Prchal betrieb mit seinem Schiff "Lada" den Schiffsverkehr ab 1935. Im Jahr 1947 vereinigten sich die Unternehmer in der Bädder- und Schifffahrtsgenossenschaft Podyjí. Sie verfügten über eine Flotte von 8 Schiffen, von denen das schönste Schiff der Raddampfer "Mír" war, feierlich getauft am 14.August 1949.

  • Zu den Dampfern gehörte auch das Schiff "Morava", die während des Krieges unter dem Namen Starnberg 1939 aus Wien überführt worden war. Auf den Wasserspiegel der Talsperre lief sie am 11. August 1946 aus. Sie gehörte zu den schnellsten und schönsten Schiffen von Vranov. Es wurde 1965 ausrangiert. Ausrangiert wurde auch das Talsperrenschiff "J. Máš", später umbenannt in "Brno". Weitere Wasserfahrzeuge waren das Schnellboot "Praha", das Personenschiff "Hvězda", "Znojmo", die ungarischen Hydrobusse "Dunaj", "Dyje", "Vranov", und "Košice". Am längsten diente das Schiff "Moskva", das am 20. Juni 1981 feierlich getauft wurde und bis 1992 diente. Heute können Sie es, in "Moravia" umbenannt, im Hafen Na Františku in Prag sehen, es ist das erfolgreichste Schiff der Prager Moldauflotte.

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